Dashcam in Europa – Erlaubt in Österreich, Schweiz, Frankreich & Italien 2026
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Dashcam in Europa – Erlaubt in Österreich, Schweiz, Frankreich & Italien 2026
Vor dem Urlaub prüfen: Was gilt für Dashcams in den beliebtesten Reiseländern deutscher Autofahrer?
Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt und eine Dashcam nutzt, stellt sich zu Recht die Frage: Ist die Kamera am Windschutzscheibe im Ausland überhaupt erlaubt? Die Antwort ist in jedem Land anders. Während Deutschland eine vergleichsweise klare Rechtslage hat (BGH-Urteil 2018), gelten in Österreich, der Schweiz, Frankreich und Italien unterschiedliche Datenschutzgesetze. Dieser Ratgeber fasst die wichtigsten Länder für deutsche Urlauber zusammen – kompakt und aktuell für 2026. Zur deutschen Rechtslage lesen Sie zunächst unseren Ratgeber: Dashcam in Deutschland erlaubt?
Schnellübersicht: Dashcam-Regeln in Europa
| Land | Dashcam erlaubt? | Wichtigste Einschränkung | Beweismittel vor Gericht? |
|---|---|---|---|
| Österreich | Ja – mit Einschränkungen | Aufnahmen dürfen nicht geteilt werden | Grundsätzlich ja |
| Schweiz | Graubereich – geduldet | DSG streng, Löschpflicht kurz | Im Einzelfall |
| Frankreich | Ja – für private Nutzung | Teilen verboten, nur Polizei übergeben | Ja, bei Polizeiübergabe |
| Italien | Ja | Privacy Code gilt, keine Privatteilung | Ja |
| Spanien | Ja | Löschpflicht 30 Tage, keine Veröffentlichung | Ja |
| Slowenien | Graubereich – geduldet | Nicht explizit geregelt | Im Einzelfall |
| Kroatien | Ja (DSGVO-Rahmen) | EU-Datenschutzrecht gilt | Ja |
| Niederlande | Ja | AP-Richtlinien, kein Social Sharing | Ja, bei Unfällen |
Dashcam in Österreich – Erlaubt, aber mit Datenschutzregeln
In Österreich ist die Nutzung einer Dashcam grundsätzlich erlaubt. Das österreichische Datenschutzgesetz (DSG) sowie die EU-DSGVO gelten jedoch auch hier. Die Kernregel ist die gleiche wie in Deutschland: Dauerhaftes, anlassloses Filmen des öffentlichen Straßenverkehrs ist nicht zulässig. Kurze Loop-Aufnahmen mit automatischer Überschreibung sind dagegen datenschutzrechtlich unbedenklich.
Was in Österreich ausdrücklich nicht erlaubt ist: Aufnahmen auf Social Media veröffentlichen oder an Dritte weitergeben – auch nicht zur Belustigung oder öffentlichen Anprangerung. Aufnahmen nach einem Unfall dürfen der Polizei übergeben werden.
Dashcam in der Schweiz – Rechtlich grau, praktisch geduldet
Die Schweiz hat kein EU-Mitglied, orientiert sich datenschutzrechtlich aber am europäischen Standard. Das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG, in Kraft seit September 2023) regelt die Verarbeitung personenbezogener Daten, zu denen auch Videoaufnahmen von Fahrzeugen und Personen im öffentlichen Raum zählen.
Dashcams befinden sich in der Schweiz in einer rechtlichen Grauzone: Es gibt kein ausdrückliches Verbot, aber auch keine klare Erlaubnis. Behörden und Schweizer Datenschutzbeauftragte (EDÖB) haben in der Vergangenheit auf die eingeschränkte Zulässigkeit hingewiesen. In der Praxis werden Dashcams von Polizei und Gerichten im Einzelfall akzeptiert – insbesondere bei Unfällen.
- Loop-Aufnahme mit kurzem Speicherzyklus: empfohlen (max. 1-3 Minuten Segmentlänge)
- Aufnahmen nicht teilen oder veröffentlichen
- Bei Unfall: Clip sichern und Polizei übergeben
Dashcam in Frankreich – Erlaubt, aber strenge Teilungsregeln
In Frankreich ist die Nutzung einer Dashcam für den privaten Gebrauch ausdrücklich erlaubt. Die französische Datenschutzbehörde CNIL (Commission nationale de l'informatique et des libertés) hat Leitlinien veröffentlicht, die den Einsatz für Fahrtaufzeichnungen zum Zweck der Beweissicherung als zulässig einstufen.
Die Schlüsselregel in Frankreich: Aufnahmen dürfen nicht veröffentlicht werden – weder auf Social Media noch auf Video-Plattformen. Wer Dashcam-Videos öffentlich teilt (auch wenn keine Personen erkennbar sind), riskiert eine Klage wegen Verletzung der Privatsphäre. Aufnahmen nach einem Unfall sollten ausschließlich der Polizei übergeben werden.
Dashcam in Italien – Seit Längerem legal geregelt
In Italien ist die Nutzung von Dashcams grundsätzlich erlaubt. Das italienische Datenschutzrecht (Codice della Privacy, D.Lgs. 196/2003 in der aktuellen Fassung) und die EU-DSGVO bilden den rechtlichen Rahmen. Aufnahmen des öffentlichen Straßenverkehrs zum Zweck der Beweissicherung sind zulässig.
Vor einem Gericht können Dashcam-Aufnahmen in Italien als Beweis eingebracht werden – insbesondere bei Verkehrsunfällen. Die Voraussetzungen sind vergleichbar mit Deutschland: Loop-Aufnahme, kein dauerhaftes anlassloses Filmen, keine Veröffentlichung ohne Einwilligung der gefilmten Personen.
Spanien, Kroatien, Slowenien & weitere Reiseländer
Spanien: Dashcams sind legal (LOPD gilt). Aufnahmen müssen innerhalb von 30 Tagen gelöscht werden, wenn sie nicht als Beweismittel benötigt werden. Veröffentlichung ohne Einwilligung ist verboten. Die spanische Datenschutzbehörde AEPD hat dies in Leitlinien festgehalten.
Kroatien: Als EU-Mitglied gilt die DSGVO. Dashcams sind grundsätzlich erlaubt, Aufnahmen dürfen nicht geteilt werden. In der Praxis werden Dashcam-Clips bei Verkehrsunfällen von kroatischen Behörden akzeptiert.
Slowenien: Die Rechtslage ist nicht explizit geregelt. Dashcams werden von Polizei und Behörden pragmatisch geduldet. Loop-Aufnahme ohne Veröffentlichung gilt als unbedenklich.
Niederlande: Die niederländische Datenschutzbehörde AP hat 2018 Leitlinien veröffentlicht: private Fahrtaufzeichnung für Beweiszwecke ist erlaubt, Social-Media-Sharing ist verboten. Gerichte akzeptieren Dashcam-Aufnahmen bei Verkehrsunfällen.
Tipps für die Urlaubsfahrt mit Dashcam
Damit die Dashcam im Urlaub rechtlich unbedenklich bleibt, gelten europaweit folgende Grundregeln:
- Loop-Aufnahme aktivieren: Alle ConnectDrive Modelle verfügen serienmäßig über Loop-Recording mit G-Sensor-gestützter Sicherung
- Segmentlänge kurz halten: 1-3 Minuten statt langer Dauerdateien entspricht überall in Europa dem Datenschutz-Mindeststandard
- Nicht veröffentlichen: Aufnahmen ausschließlich für eigene Beweiszwecke behalten – kein Social Media, keine Video-Plattformen
- Bei Unfall: Clip sichern und Polizei übergeben: In allen genannten Ländern ist die Übergabe an die Polizei zulässig
- Parküberwachung im Ausland prüfen: Parkmodus zeichnet auch parkende Passanten auf – rechtlich sensibler als Fahrtaufnahmen
Häufige Fragen zur Dashcam im Urlaub
Ist eine Dashcam in Österreich erlaubt?
Ja, Dashcams sind in Österreich mit Loop-Funktion grundsätzlich erlaubt. Aufnahmen dürfen nicht öffentlich geteilt werden. Bei einem Unfall können sie der Polizei übergeben werden. Das österreichische DSG und die EU-DSGVO gelten.
Darf ich in der Schweiz mit Dashcam fahren?
Die Schweiz ist kein EU-Mitglied, das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG seit 2023) gilt jedoch ähnlich der DSGVO. Dashcams befinden sich in einer rechtlichen Grauzone – sie sind nicht explizit verboten, aber auch nicht klar erlaubt. Loop-Aufnahme ohne Veröffentlichung ist in der Praxis akzeptiert.
Kann ich meine Dashcam-Aufnahmen im Ausland als Beweismittel nutzen?
In den meisten europäischen Ländern (AT, FR, IT, ES, HR, NL) können Dashcam-Aufnahmen bei Verkehrsunfällen der Polizei übergeben und als Beweismittel genutzt werden. Voraussetzung ist überall: Loop-Aufnahme, keine Veröffentlichung und Übergabe ausschließlich an Behörden.
Gilt die DSGVO auch für Dashcams im Ausland?
In EU-Mitgliedsstaaten gilt die DSGVO auch für Fahrtaufnahmen im öffentlichen Raum. Für private, nicht-kommerzielle Nutzung (Haushaltsausnahme) ist die Regulierung in vielen Ländern großzügiger. Außerhalb der EU (Schweiz) gelten nationale Datenschutzgesetze mit ähnlichem Schutzniveau.
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